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Birgit über ihre Traumhochzeit: „Der allerschönste Moment war der Hochzeitstanz mit meinem Mann.“

Birgit und Bernhard haben am 16. Juli 2011 ganz traditionell in Maria Lankowitz in der Steiermark geheiratet. Die Braut in einem wunderschönen Traum in Weiß mit einem ebensolchen Brautstrauß, der Bräutigam in moderner Tracht. 25 Stunden waren die beiden auf den Beinen, um ihren schönsten Tag zu feiern.

Birgit hat uns über ihre schnelle Entscheidung beim Brautkleid-Kauf, die Stunden vor der Hochzeit und den Ablauf der Feier erzählt. Und vor allem über Hochzeitsbräuche: Vom Braut aufwecken in aller Früh über Absperren bis zum Kranz’l runternehmen.

HOCHZEIT FEIERN: Birgit, du bist ganz frisch verheiratet. Am 16. Juli hast du deinem Bernhard das Ja-Wort gegeben. Schon daran gewöhnt, „mein Mann“ zu sagen? 🙂

Birgit: Noch fühlt es sich etwas komisch an, Bernhard als „meinen Mann“ zu bezeichnen aber zugleich auch wunderschön! Es gibt einem ein sehr starkes Gefühl von Zusammengehörigkeit!

HOCHZEIT FEIERN: Ihr habt in Maria Lankowitz ganz traditionell geheiratet. Du in einem wunderschönen, weißen Brautkleid, dein Mann in Tracht. Ist das in der Steiermark so üblich?

Birgit: Wir stammen beide aus einer Landwirtschaft und bei uns hat das eigentlich schon Tradition. Bei uns in der Gegend, ist es so, dass sich viele Paare für eine solche Hochzeit entscheiden. Tracht ist etwas Wunderschönes und kann perfekt mit einem weißen Kleid kombiniert werden. Die Konstellation von Weiß und Tracht ist erst in den letzten Jahren ein bisschen zum Trend geworden.

HOCHZEIT FEIERN: Wie lang hast du gebraucht, um dich für dein Brautkleid zu entscheiden? Hattest du Unterstützung von Freundinnen bei der Auswahl?

Birgit: Eigentlich war es das erste was ich probiert hatte. Ich habe zwar noch glaub ich acht weitere probiert, aber es ist im Endeffekt das geworden, das ich als erstes probiert hatte. Meine Mutter, eine gute Freundin und meine kleine Schwester haben mich unterstützt und bei der Auswahl waren wir uns schlussendlich alle einig 🙂

HOCHZEIT FEIERN: Wann war Tagwache am Tag der Hochzeit? Wie hast du die Stunden bis zur Trauung erlebt?

Birgit: Also ich bin um 4 Uhr ganz traditionell aufgeweckt worden. Danach gab’s ein deftiges Frühstück für die Aufwecker und um 7.00 Uhr fuhr ich dann zum Frisör. Dort saß ich dann zwei Stunden aber es hat sich gelohnt denn die Frisur war perfekt. Nach dem Frisör kam dann schon meine Visagistin und dann hab ich mich eh schon angezogen. Um dreiviertel 12 ist dann der Bräutigam gekommen und so blieb mir nicht viel Zeit zum nervös sein 🙂 Ich hatte aber tolle Unterstützung von meiner besten Freundin, die auch die Nacht vorher bei mir übernachtet und die Stunden bis zur Hochzeit etwas erleichtert hat.

HOCHZEIT FEIERN: Wie ist euer große Tag dann genau abgelaufen?

Birgit: Wie schon gesagt um 4 Uhr bin ich aufgeweckt worden. Dann Frisör und Make Up. Um 11 Uhr kamen die ersten Gäste von mir (Treffpunkt bei der Braut war um 11 Uhr, Treffpunkt beim Bräutigam um 10 Uhr) und auch die Musik, die dann schon mit dem Spielen begonnen hat. Um dreiviertel 12 kam dann der Bräutigam mit den weiteren Hochzeitsgästen, welche sich bei ihm getroffen haben.

Mein Papa hat mich dann aus dem Haus geführt und mich meinem Bernhard sozusagen „übergeben“ der schon wie alle anderen Gäste gespannt auf mich gewartet hat. Da sah ich dann meinen wunderschönen Brautstrauß zum ersten Mal! Nach dem Empfang mit Brötchen, Krapfen und Getränken ging es dann um kurz vor 13 Uhr in Richtung Standesamt. Inzwischen wurde auch abgesperrt und um 14 Uhr waren wir beim Standesamt.

Nach der standesamtlichen Trauung haben wir schnell das Gruppenfoto gemacht und anschließend, also um 15 Uhr, war die kirchliche Trauung. Nach dieser gab es eine Agape für unsere Gäste und die Fotos mit Eltern, Beiständen usw. wurden gemacht. Gegen 18 Uhr ging es dann in Richtung Hotel, wo wir unsere Tafel hatten. Vor dem Empfang dort wurde noch einmal abgesperrt aber dann gab es endlich Essen. Dann begann die Musik zum Spielen und die Feier begann offiziell. Die Torte wurde angeschnitten sowie der Brauttanz und das Kranzl runternehmen fanden statt. Das Brautstehlen war auch noch dazwischen.

Um ca. halb 1 eröffneten wir das Mitternachtsbuffet. Um 5 Uhr Früh, also nach 25 Stunden wach sein, hatte dieser für uns schönste Tag im Leben ein Ende und wir freuten uns trotz des anstrengenden Tages auf die Hochzeitsnacht *zwinker*.

HOCHZEIT FEIERN: Zu einer traditionellen Hochzeit gehören natürlich jede Menge Hochzeitsbräuche. Welche gab’s da auf eurer Hochzeit?

Birgit: Ja zuerst mal das Braut aufwecken. Bei uns wurde natürlich auch der Bräutigam nicht verschont und ebenfalls um 4 Uhr aufgeweckt.
Wir haben die Nacht vor der Hochzeit ja getrennt geschlafen und niemand durfte die Braut sehen, bis der Bräutigam sie mit dem Brautstrauß abholte.

Die so genannten „Kranzlleute“(ein Paar jeweils für Braut und Bräutigam welches nicht verheiratet ist und keine Kinder hat) unterstützen uns den ganzen Tag über. Sie empfangen die Gäste, „putzen“ die Autos mit Maschen auf, und stecken den Gästen die Aufstecker an. Sie sind auch den ganzen Abend dafür verantwortlich, dass die Hochzeitsgäste fleißig tanzen.

Die Beistände des Brautpaares, die natürlich auch verschiedene Ämter zu erfüllen haben, dürfen auch nicht fehlen. Sie sind gleichzeitig auch die Trauzeugen.

Das Absperren ist auch ganz typisch bei uns. Hier wird etwas vorbereitet, was Braut und Bräutigam dann machen müssen. Oft hat es mit dem Beruf des anderen etwas zu tun. Bei uns wurde zwei Mal abgesperrt. Einmal durch die Arbeitskollegen meines Mannes und einmal durch die Landjugend.

Das Brautstehlen hat auch Tradition. Die Braut wird meist nach dem Essen von den „Prassern“ (das sind die Gäste. die abgesperrt haben bzw. die Aufwecker. Sie alle kommen dann auf die Hochzeit nach um mit dem Hochzeitspaar gemeinsam zu feiern) in ein Lokal gestohlen und die Beistände müssen die Braut dann „auslösen“. Wichtig dabei ist, dass die Braut den Brautstrauß bei sich hat. Die Aufgabe der „Stehler“ ist es, irgendwie an den Strauß zu kommen, der natürlich vom Beistand der Braut bewacht wird. Nach dem Brautstehlen, also wenn die Braut wieder da ist, gibt es eine falsche Braut, die natürlich zur allgemeinen Erheiterung beiträgt.

Danach kommt der Brauttanz, das Kranz’l runternehmen (dieses bekommt die Brautmutter bzw. in meinem Fall hat es der Brautvater bekommen), welches auch von den Kranzlleuten mit einem Spruch umrahmt wird. Danach der Hochzeitstanz mit dem Bräutigam und der offizielle Teil hat ein Ende.

HOCHZEIT FEIERN: Was war für dich der schönste Moment auf der Hochzeit?

Birgit: Also der allerschönste Moment war der Hochzeitstanz mit meinem Mann. Es ist ja bei uns üblich, dass es den so genannten „Brauttanz“ um Mitternacht gibt, sprich alle auf der Hochzeit anwesenden Männer müssen mit der Braut tanzen und nach dem Tanz geben sie Geld. Erst nach dem Brauttanz, also wenn ich mit allen Männern getanzt habe, darf ich mit dem Bräutigam tanzen. Bei „Weilst a Herz hast wie a Bergwerk“ von Reinhard Fendrich haben wir dann unseren ganz persönlichen Moment genossen. Es war unbeschreiblich schön!

HOCHZEIT FEIERN: Gab es etwas, das du heute anders machen würdest?

Birgit: Nein überhaupt nichts. Es war alles genauso wie wir es uns vorgestellt hatten.

HOCHZEIT FEIERN: Dein Tipp an alle zukünftigen Bräute?

Birgit: Früh genug mit der Planung anfangen und alles Schritt für Schritt abschließen. Menschen, die einen unterstützen und bei der Organisation helfen sind sehr hilfreich und dafür bin ich allen sehr dankbar! Ansonsten: Den Tag einfach nur genießen, denn er ist viel zu schnell vorbei. Ein Video machen zu lassen ist auch ein heißer Tipp. Denn da kann man als Brautpaar noch einmal alles Revue passieren lassen.

HOCHZEIT FEIERN: Vielen Dank für die Antworten und alles Gute euch beiden für die gemeinsame Zukunft 🙂

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